10. Juli 2019

Interwiew von Jesko Calderara mit Kurt Sonderegger
in der Appenzeller Zeitung, 8. Juni 2019

Kurt Sonderegger ist neuer Präsident des Handwerker- und Gewerbevereins Heiden. Er erklärt, warum die Verlegung der Postautos zum Bahnhof Sinn macht. Weitere Themen sind die geplante Tiefgarage und die Ladenöffnungszeiten. An der Spitze des Handwerker- und Gewerbevereins Heiden kommt es zu einem Wechsel. Nach 15 Jahren im Amt hat Rolf Breu das Präsidium an Kurt Sonderegger übergeben. Der 48-Jährige führt zusammen mit seiner Frau in fünfter Generation die gleichnamige Weinhandlung. Im Interview erklärt Sonderegger, warum er beim Thema Parkplätze Handlungsbedarf sieht und welche Anliegen das Gewerbe bei der Zentrumsentwicklung einbringen möchte.

Ihre Frau leitete bis vor kurzem die Detaillistenvereinigung, Sie sind neu Präsident des Handwerker- und Gewerbevereins Heiden (HUGH). Warum engagiert sich die Familie Sonderegger so stark für das Gewerbe?
Kurt Sonderegger: Immer mehr Inhaber von Gewerbebetrieben haben ihren Lebensmittelpunkt nicht mehr in der Gemeinde. Im Vorstand des HUGH sollten sich meiner Ansicht nach vor allem Leute einbringen, die hier wohnen und mit den Gegebenheiten vor Ort vertraut sind. Weil es abgesehen davon meine familiäre Situation zulässt, habe ich mich zur Verfügung gestellt.

Wo wollen Sie als Präsident den Hebel ansetzen?
Wir haben Mitglieder von KMU wie der Varioprint bis hin zu kleinen Läden. Lange Zeit wurden die Detaillisten eher stiefmütterlich behandelt. Mein Ziel ist es, diese stärker an die Handwerker heranzuführen und so das gegenseitige Verständnis zu fördern. Auch der Kontakt zur Gemeinde ist mir ein Anliegen. Möglichst viele Gewerbevertreter sollten zudem in Kommission mitarbeiten.

Ist die Heidler Politik gewerbefreundlich?
Gemeindepräsident Gallus Pfister hat stets ein offenes Ohr für unsere Sorgen und Nöte. Dies trifft auch auf Gemeinderat Jörg Lutz zu, den ich aus der Kommission Infrastruktur kenne. Wir erarbeiten zurzeit ein Parkierungsreglement. Dieses sieht eine Bewirtschaftung der Parkplätze vor, wo dies bereits heute gemacht wird. Zudem könnte über Mittag in der blauen Zone anderthalb Stunden ohne Parkscheibe geparkt werden. Das geht in die richtige Richtung.

Gerade das Thema Parkieren sorgt bei Gewerblern regelmässig für rote Köpfe. Stehen in Heiden genügend Parkplätze zur Verfügung?
Auch wenn Fachleute das Gegenteil behaupten: Aus unserer Sicht fehlen Parkplätze. Mit jenen beim Coop, die auch öffentlich genutzt werden können, hat es aber eine gewisse Entlastung gegeben. Weil im Zentrum freie Flächen fehlen, befürworten wird den Bau der geplanten Tiefgarage. Ich könnte mir hier auch eine Kooperation mit privaten Investoren vorstellen.

Herisau führt auf Initiative des Gewerbevereins eine halbe Stunde Gratisparkieren ein. Wäre das eine denkbare Lösung?
Das war bei uns noch nie ein Thema.
In Heiden läuft zurzeit der Prozess zur Zentrums-entwicklung. Wo sehen Sie Handlungsbedarf? Mehrere Mitglieder des HUGH haben sich an den Echoräumen eingebracht. Nebst der erwähnten Parkplatzthematik mit Tiefgarage sehe ich rund um den Kursaal Potenzial. Dort würde sich eine Aufwertung lohnen.

Der Gemeinderat will die Busumsteigeanlage vom Kirchplatz zum Bahnhof verschieben. Befürworten Sie diesen Schritt?
Das ist eine schwierige Geschichte. Ich könnte mir eine Verlegung der Postautos aber grundsätzlich vorstellen. Rein optisch würde der Kirchplatz dadurch gewinnen.

Es gibt Befürchtungen, dass dadurch das Zentrum ausstirbt.
Solche Sorgen habe ich grundsätzlich immer. Die Durchfahrt von Postautos bringt aber noch kein Leben ins Zentrum. Abgesehen davon hat sich das Verhalten verändert. Ältere Menschen gehen heute mit dem Auto einkaufen, kaum mehr mit dem ÖV.

In Heiden hat, überspitzt formuliert, jedes Geschäft zu anderen Zeiten geöffnet. Warum ist das so?
In der Tat müssen wir dies an die Hand nehmen. Bei den Öffnungszeiten wurde in der Vergangenheit zu wenig gemacht. Allerdings ist der Einfluss des HUGH in diesem Punkt beschränkt. Wir können nur an die Gewerbler appellieren und sie zur besseren Zusammenarbeit auffordern.

Die Stadt St. Gallen leidet unter einem Lädelisterben. Existiert dieses Phänomen auch in Heiden?
Zum Glück nicht. Es hat aber ein Strukturwandel stattgefunden. Früher gab es mehrere Metzgereien und Lebensmittelgeschäfte, heute dafür Praxen und andere Läden. Hauptsache die Gebäude im Zentrum werden genutzt.

Wie stark leiden die Detaillisten unter Einkaufstourismus und Onlinehandel?
Heiden liegt zu weit von der Grenze entfernt, daher trifft uns der Einkaufstourismus weniger. Wie es beim Online-Shopping aussieht, kann ich nicht beurteilen. Möglicherweise ist das in einigen Branchen ein Thema. Da hilft nur, beim Konsumenten mit Freundlichkeit zu punkten.

Das allein reicht aber kaum aus, damit die Kunden vor Ort einkaufen.
Nein. Es braucht heute sicher grössere Anstrengungen als noch vor 20 Jahren. Man muss der Kundschaft ein Einkaufserlebnis bieten. Wir haben deshalb den Laden ausgebaut, was sich ausgezahlt hat.

Dem Handwerker- und Gewerbeverein Heiden gehören zahlreiche Gewerbebetriebe an. Einige von ihnen würde gerne ausbauen, finden in der Gemeinde aber kein Bauland, ist zu hören. Die Howigra beispielsweise ist bereits nach Oberegg gezogen.
In der Tat gibt es in der Gemeinde kein Gewerbebauland mehr oder die Firmen halten es als Reserve. Dort, wo die Howigra war, entsteht nach meinem Wissen Wohnraum. Der Gemeinderat sollte im Rahmen der Raumplanung zu dieser Thematik Überlegungen anstellen.

 

06. Mai 2019

06. Mai 2019, Interview mit Heini Eggenberger, Rechtsanwalt, Heiden

Ich treffe Heini Eggenberger in seiner Anwaltskanzlei. Ich spreche ihn auf den Echoraum I der Zentrumsentwicklung an. Er hat sich in diesem Workshop, wie er bemerkt, proaktiv und provokativ in die Runde eingebracht, um etwas in Bewegung zu bringen. Er gibt zu, sich in vielen Jahren mit den gleichen Themen und Widerständen zu befassen, mache auch einer gewissen Resignation Platz und manchmal habe er auch keine Geduld mehr. Manche Gedanken habe man sich halt schon ein paar Mal gemacht in diesen gut 30 Jahren seiner aktiven Tätigkeit. Er findet, unser Milizsystem sei in einer schwierigen Situation. Die Gemeindepräsidenten seien heute gezwungenermassen von ausserhalb und nicht mehr aus der eigenen Gemeinde herausgewachsen.

Ziemlich hurtig kommen wir auf die verfahrene Situation im Nord zu sprechen, die er als „Scherbenhaufen“ beschreibt. Alle 10 Jahre wolle der Gemeinderat die Sache neu lösen und scheitere doch immer wieder, zum Teil auch an Zauderei. Er hält den Bereich vom Waldpark bis ins Dorfzentrum als das Gebiet von Heiden mit dem besten Entwicklungspotenzial, um gute Steuerzahler nach Heiden zu holen. Die einmalige Lage sei einfach zu schade, um die Bautätigkeit zu behindern. Er spricht sich für mehr Courage des Gemeinderates aus, um auch gewisse Entscheidungen endlich durchzusetzen.

Was will man bewirken in Heiden? Die gegen den Bodensee offene Gemeinde war eigentlich immer fortschrittlich. Ein wunderbarer Wohnort mit viel Potenzial und Attraktivität, um Zuzügern einen Anreiz zu bieten. Auf das solle man bauen und sich diese Chance nicht verscherzen.

Natürlich weiss er viel über all die Winkelzüge, gelungene und verpatzte Entwicklungen, hat auch ab und zu ein Bonmot zu einer Sache. Mit der Sprache rausrücken will er freilich nicht, da ihm als involvierter Rechtsanwalt bei vielen interessanten Geschäften keine freie Aussage möglich ist.

Eine Parkgarage im Zentrum begrüsst er sehr, da doch viele Eigentümer von historischen Gebäuden über keine genügenden Parkplätze verfügen. Auch touristisch sei das ein idealer Ort. Ein Tiefgaragen-Projekt beim Kinderspielplatz oberhalb Freihof findet er wegen der Nähe zur See Allee als ideal, um auch die Bedürfnisse des Hotel Heiden und des leider abgebrochenen Hotel-Projekts Park zu erfüllen.

19.03.2019

Der Entwurf des Masterplans Zentrumsentwicklung liegt vor. Im Echoraum II diskutierten Anlieger die geplanten Massnahmen. Eine gute Erreichbarkeit des Zentrums und ausreichend Parkplätze am richtigen Ort – wie schon früher stand auch an diesem Abend der Verkehr im Mittelpunkt des engagierten Austauschs.

Offen und mit spürbarem Engagement für den Ort diskutierte am 14. März eine bunt gemischte Gruppe aus direkt betroffenen Akteuren und Interessensvertretern den Entwurf des Masterplans Zentrumsentwicklung. «Es ist eine riesige Hilfe, so eine grosse Resonanz von interessierten, leidenschaftlichen Menschen zu erhalten.», dankte Hans Peter Häderli, Gemeinderat und Präsident der Projektgruppe, den 34 Anwesenden, die sich im Kursaal eingefunden hatten, für ihre wertvollen Rückmeldungen.

Einmal mehr stand das Thema Verkehr im Zentrum des Abends. Insbesondere Anzahl und Verortung von Parkplätzen wurden zwischen Anwohnenden und Gewerbetreibenden intensiv diskutiert. Die Beteiligten waren sich einig: Gelingt es, die Parkplatzsituation zufriedenstellend zu lösen, bietet das viele Möglichkeiten, die öffentlichen Räume als attraktive Aufenthalts- und Begegnungsorte zu gestalten. Für eine bessere Verknüpfung zwischen den unterschiedlichen Freiräumen ist dann Kreativität gefragt.

Verstehen, reflektieren, diskutieren: der Echoraum
Nur wer eine Sache wirklich versteht, kann sie infrage stellen. Deshalb erhielten die Teilnehmenden zunächst ausreichend Zeit, den Massnahmenplan zu erfassen, bevor sie ihn inhaltlich hinterfragten: Finden sich die Grundsätze, die im letzten Echoraum diskutiert wurden, wieder? Wurde etwas vergessen oder von der Projektgruppe falsch interpretiert? Bereits auf dieser konzeptionellen Ebene zeigte sich das Bedürfnis vieler, konkret zu werden.

Nach einer Pause luden die Mitglieder der Projektgruppe dann an Marktstände, an denen spezifische Massnahmen in den Bereichen Bebauungsstruktur, Freiraum und Verkehr diskutiert wurden. Auch aktuelle Projekte wie das Hotel Krone, die Tiefgarage am Bahnhof und das Betriebs- und Gestaltungskonzept für die Werdstrasse waren dabei Themen und zeigten bereits deutlich die möglichen Abhängigkeiten von Teilprojekten – eine Kernaufgabe des Masterplans.

Ein Grossteil der Teilnehmenden war bereits im November 2018 zum Echoraum I zusammengekommen, um seine Anliegen und Bedürfnisse in den Prozess einzubringen. Das Projektteam hatte die Ergebnisse anschliessend interpretiert, zusammengefasst und priorisiert. Konkrete Massnahmen sind nun in einem Masterplan verortet und auf Massnahmenblättern im Detail beschrieben. Der vorliegende Entwurf erhält in den nächsten Monaten auf Grundlage der Echoraum II-Ergebnisse seinen Feinschliff.

Die Aufgaben des Masterplans
Der Masterplan ist ein Instrumentarium für den Gemeinderat und die Verwaltung, um Massnahmen im Zentrum zu bündeln, Abhängigkeiten aufzuzeigen, Verantwortlichkeiten und Termine festzulegen sowie Kosten zu definieren. Als Arbeitsinstrument soll er laufend durch die Gemeinde fortgeschrieben werden.

Anfang Juli 2019 wird der fertige Masterplan in einer öffentlichen Orientierungsveranstaltung vorgestellt.

 

 

16.01.2019

16. Januar 2019, Interview mit Ueli Sonderegger, Architekt

Als Projektleiter Zentrumsentwicklung treffe ich, Hanspeter Häderli, mich mit Ueli Sonderegger im Besprechungsraum des Architekturbüros. Mit dabei ist auch Stefan Züst, Architekt und ein dicker Ordner mit vielen Unterlagen über die verschiedensten Projekte von Heiden, verwirklicht oder nicht verwirklicht. Das ist auch ein erklärtes Ziel unseres Treffens. Wir wollen ein wenig Licht in die vergangenen Entwicklungen, Projekte, Vorschläge und Wirrungen der Häädler Dorfentwicklung bringen. Ueli ist sehr gut dokumentiert und nimmt bei jedem neuen Stichwort Pläne, Modelle oder sonstige Unterlagen aus dem Sack.

Allein beim Stichwort Tiefgarage kommen verschiedene Varianten, die schon in der Geschichte aufgetaucht sind, zur Sprache. Für die Idee Tiefgarage unter dem Kirchplatz gibt es ja ein Modell von Ernst Schrag selig. Dieser Vorschlag hätte PWs samt Postauto unter den Kirchplatz versorgt.  Diese Idee ist nicht nur wegen den finanziellen Vorstellungen verschwunden. Ueli spart in seiner verschmitzten Bissigkeit auch nicht mit Kritik an der Vorgehensweise der Gemeinde bei verschiedenen Projekten entlang der Seeallee. Durch das Verpassen einer Koordination der verschiedenen Bauvorhaben (Sanierung Kursaal, Fernsicht, Dunant-Park, Garten Hotel Heiden, Sanierung reformierte Kirche, etc.) hat Heiden eine Jahrhundert-Chance verpasst. Dazu gehört auch das Projekt Hotel Park, das ja leider unter anderem auch an den Kosten für die Tiefgarage gescheitert ist. Hier teile ich sein Bedauern über das an sich gute Projekt, das Heiden touristisch vor allem für die Belebung der Seealle und des Kurparks sicher viel gebracht hätte. Als vergangenes Tiefgaragenprojekt schlummert auch noch die Idee einer Parkierungs-Anlage hinter der reformierten Kirche. Ueli findet, dass unter dem Kinderspielplatz nördlich des Freihofes ein idealer Standort für eine Tiefgarage wäre. Auch hat man es verpasst zu prüfen, ob unter dem Dunantplatz für die Hotellerie ein geeignetes Parkhaus machbar wäre. Eine Parkgarage hinter der Krone findet er eigentlich gut, zweifelt aber ein wenig an der Machbarkeit und am zeitlichen Horizont.

Das Thema Parkplätze ist jedoch nur eines von vielen in der Entwicklung der Gemeinde. Bei der Frage nach interessanten Entwicklungsgebieten erwähnt er das heute nicht mehr benötigte Swisscom-Gebäude an der Poststrasse, welches ein interessantes Gebiet für die Dorfentwicklung ist und in die Planung einbezogen werden sollte. Potenzial hat auch die bald verwaiste, aber architektonisch interessante Rosentalgarage. Infolge der Neugestaltung der Werdstrasse durch den Kanton wird diese Kreuzung umgestaltet werden müssen und bietet Raum für neue Ideen. Er findet auch, dass eine Tankstelle im Zentrum notwendig ist. Wenn die Leute nicht mehr in der Nähe tanken können werden sie verstärkt in den Einkaufszentren, bei denen sich ja meist auch eine Tankstelle befindet, einkaufen. Das alte Lokdepot kommt, wie so oft, auch zur Sprache und bietet Raum für Spekulationen, so zum Beispiel über die Verwendung als Lokmuseum. Die Metron sollte nicht nur deshalb unbedingt einbezogen werden in die Planung des Bahnhof-Areals.

Zu der Zentrumsentwicklung nimmt er positiv Stellung, erwartet aber nach vielen Jahren, dass sich Heiden endlich bewegt. Mit dem Büro Metron hat Heiden einen guten Partner; dieses Büro hat schon verschiedenste Gemeinden erfolgreich begleitet. Der noch zu erarbeitende Masterplan bietet für Heiden die Chance, dass die Gemeinde ihre Qualitäten sichern und die künftige Entwicklung koordiniert steuern kann.

Das Gespräch beenden wir mit Absicht einen Dialog beizubehalten.

12.12.2018

12. November 2018, Interview mit Helmut Kobelt, Gewerbe Heiden

Das Corporate Design von Helmut Kobelt ist makellos. Er kommt direkt vom Arbeiten, das Poloshirt ist in der Firmenfarbe und mit dem Firmenlogo bestickt. Wir treffen uns für dieses kleine Gespräch in Gewerberäumlichkeiten von «Gestalten».

Mich nimmt vor allem Kobelts Sichtwinkel auf die bevorstehende Zentrumsentwicklung wunder, sein Standpunkt als Gewerbetreibender. Er weiss viel über Projekte und Diskussionen, über Entwicklungen, Bau- und Strassenprojekte in der Vergangenheit. Offensichtlich ist er eine Person, die durch lange Familientradition fest eingebunden ist im System Heiden. Er ist 1985 in die bestehende Familienfirma eingestiegen und wird es wohl an seinen Sohn weitergeben können.

Relativ schnell macht er klar, dass er findet, das Gewerbe werde nicht ernst genommen. Als Beispiel führt er die komplizierte Verfahrensweise auf, wie die «Gewerbler» zu Parkkarten im Zentrum von Heiden gelangen. Es ist ihm wohl bekannt, dass Gemeindeangestellte und -politiker über Pauschalparkkarten verfügen, die ihnen gestatten die Autos unbeschränkt abzustellen. Er schildert mir anschaulich was es für Verantwortliche von Baustellen und Arbeiten für Umstände kostet, die im Zentrumsbereich erforderlichen Parkkarten zu besorgen und zu bezahlen. Er findet, vor allem im Vergleich zu den kostenlosen Pauschalkarten der Gemeinde und Lehrerschaft, dass es nicht geht, die Gewerbetreibenden zu benachteiligen und bei Verstössen Bussen auszustellen. Er würde es nur gerecht finden, wenn etablierte Gewerbetreibende von Heiden ein paar Pauschalkarten erhalten, um diese Situation endlich zu lösen. Er kann nicht verstehen, warum die Angst besteht, dass einzelne Pauschalkartenbesitzer diese Situation ausnützen könnten. Er schätzt, dass es etwa 30 Parkkarten wären, im Verhältnis zu den etwa 80 bis 100 bestehenden Bewilligungen.

Das Wissen um diese Ungerechtigkeit wurde seitens Kommission Bau und Planung aufgenommen und als pendente Aufgabe zu einer Parkplatzanalyse geführt, die dieses Problem aufgreift, aber wegen der Komplexität auf eine professionelle Aufbereitung wartet, eine gemeindeweite Parkierungsbewirtschaftung. Ich verweise auf die Schwierigkeiten in Herisau, die auch versuchen eine Lösung zu finden.

So kommen wir auch zu der Erdgeschossbewirtschaftung im Zentrum. Wir sind uns einig, dass die Läden und Restaurants teilweise gefährdet sind, auch wohl zu teuer angemietet werden müssen. Ich verweise auf ein Beispiel in Lichtensteig, wo die Erdgeschosse von den überliegenden Wohnungen subventioniert werden. Eine Idee und ein bestehendes Projekt ist ja der Häädler-Batzen, der die Bewohner dazu verleiten soll, ihr Geld in Heiden auszugeben und nicht in Einkaufszentren der Umgebung. Leider wird es nicht allzu rege benutzt. Das Online-Shopping macht wohl allen Detaillisten Sorge.

Ein weiterer Punkt, den er anspricht ist, dass das Gewerbe hätte in die Projektgruppe Dorf-Schulhaus eingebunden werden sollen. Es hätte viel Knowhow seitens des Gewerbes einfliessen können , ohne dass die Gefahr bestanden hätte , die Arbeiten auch an einheimisches Gewerbe zu vergeben .

Er schlägt mir als Gemeiderat und auch dem ganzen Gremium vor , sich mehr an öffentlichen Anlässen , Veranstaltungen (auch ohne offizielle Einladungen), aber auch ab und zu in den einheimischen Lokalitäten  zu zeigen um die Stimmung im Dorf besser zu verstehen, auch auf die Gefahr hin, dass man dann halt manchmal in kommunale Diskussionen eingebunden wird.

30. November 2018

Grosses Engagement am Echoraum 1

Am 27. November diskutierten direkt Betroffene die Entwicklung des Heidener Zentrums und brachten ihre Anliegen und Bedürfnisse ein. Der Abend zeigte: Der schöne Dorfkern braucht mehr Leben und es gilt, sinnvolle Gesamtverkehrslösungen zu finden, die auf die kommenden Veränderungen im öffentlichen Verkehr reagieren.

«Ich bin begeistert, wie viel die Leute, die schon immer oder schon lange hier leben, von Heiden wissen!», freute sich Hans Peter Häderli, Gemeinderat und Präsident der Projektgruppe, über die konstruktiven Beiträge der Echoraum-Teilnehmer. 39 direkt betroffene Akteure und Interessensvertreter waren am 27. November in den weihnachtlich geschmückten Kursaal gekommen, um der Aussensicht der Planer ihre Innensicht auf das Heidener Zentrum hinzuzufügen.

Im Zentrum der Diskussionen standen der Verkehr und die Belebung des öffentlichen Raums. Mehr Platz für Begegnung, mehr Sicherheit für alle Strassenteilnehmer, weniger Autopräsenz und dennoch direkte Fahrwege und ausreichend Parkplätze – «Alle Wünsche werden wir nicht erfüllen können. Das Ziel ist, den Kern der Anliegen zu identifizieren. Und dann den Rahmen zu stecken für konkrete Projekte.», erklärte Ruedi Stauffer vom Planungsbüro Metron, das mit der Erarbeitung des Masterplans beauftragt ist.

Punkte, PostIts und Pläne: rege Beteiligung in unterschiedlichen Formaten

Wie gross das Bedürfnis nach Beteiligung ist, zeigte der schnelle Einstieg in die aktive Mitwirkung: Nach wenigen Minuten leuchteten grüne und rote Punkte auf den vorbereiteten Plänen, die «Orte, die gefallen» und «Orte, die nicht gefallen» markierten – in einem sogenannten World-Café bewerteten die bunt gemischten Gruppen in wechselnder Zusammensetzung die Heidener Zentrumszone, identifizierten ihre Potenziale und priorisierten diese.

In der zweiten Hälfte des Abends gingen die Teilnehmenden ins Detail: Wiederum in Gruppen fokussierten sie je zwei der acht Räume, die vorangegangene Studien als Interventionsräume identifiziert hatten, und skizzieren erste Ideen an konkreten Orten.

Wie es weitergeht

Die Ergebnisse des Echoraums sind der Projektgruppe eine wichtige Grundlage für den Entwurf des Masterplans. Dieser wird in einem zweiten Echoraum im März 2019 vorgestellt, mit der Echoraum-Gruppe diskutiert und konkretisiert. Die Öffentlichkeit erhält weiterhin die Möglichkeit, sich an öffentlichen Orientierungsveranstaltungen und im Internet über den Planungsverlauf zu informieren und ihre Anliegen in diesem Rahmen einzubringen.

Im Sommer 2019 soll der fertige Masterplan dem Gemeinderat zur Verabschiedung vorgelegt werden. Er bildet die Grundlage für die folgende kommunale Richt- und Ortsplanung.

Gemeinderat Heiden

11. November 2018

Echoraum I, 27. November

Am 27. November wird der erste von zwei sogenannten Echoräumen – eine Mitwirkungsveranstaltung – stattfinden. Die direkt betroffenen Akteur- und Interessengruppen, wie z.B. anstossende Grundeigentümer und Gewerbetreibende, wurden persönlich angeschrieben und zum Mitmachen eingeladen. Die Teilnehmenden werden so Gelegenheit haben, Ideen und Massnahmen für die Zukunft der Zentrumsgestaltung zu entwickeln. Aus den Resultaten wird der erste Entwurf des Masterplanes entstehen, der dann anlässlich des zweiten Echoraums im März 2019 verfeinert wird. Bis im Sommer 2019 soll der Masterplan fertig gestellt sein und der breiten Öffentlichkeit vorgestellt werden.
Die Veranstaltung findet statt im Kursaal Heiden, Dienstag 27. November um 18.00 Uhr.

02. Oktober 2018

27. September 2018, Interview mit Heiri Heller, Unternehmer Heiden

Interventionsräume Bahnhof/Bahnhofstrasse/Krone/Kirchplatz

Thema des Gesprächs ist die Entwicklung auf dem Grundstück der Krone und des Lokals nördlich davon (ehemals ATAG, Schuhe Grob). Die Schubiger AG möchte auf dem Grundstück Krone (PZ 31) und Heiri Heller auf dem Grundstück PZ 30 ein Projekt realisieren, dass auch die Scharnierfunktion zwischen Bahnhof und Kirchplatz beleben soll. Die Krone wird umgenutzt zu Büros und/oder Wohnungen mit dem bestehenden Restaurant. Im Nebengebäude wird sich Jeannette Pufahl und die Bäckerei Rohner mit einem Café und Verkaufsladen einmieten.

Diese erfreuliche Entwicklung von Investoren bringt die Chance das Zentrum vermehrt zu beleben. Dem Kirchplatz wird – vor allem hinsichtlich der Umverlegung der Busumsteigeanlage zum Bahnhof – eine andere, städtebaulich interessantere Bedeutung zukommen.

HH betont immer wieder, dass sich das Gewerbe und der Detailhandel klar sein soll, sich des Problems der Zentrumsverarmung aus verschiedenen Blickwinkeln anzunehmen. Er möchte da einen wichtigen Beitrag leisten. Er lokalisiert künftig drei Zentren für den Einkauf: Region Coop Werdstrasse, Migros Bissau und das Dorfzentrum (Poststrasse, Kirchplatz). Somit sollten sich alle künftigen Entwicklungen und Investitionen von Detaillisten etc. auf das Dorfzentrum richten.

Um das Leben im Dorfkern möglichst attraktiv zu gestalten ist es nötig, dass es optimal zugänglich ist für Fussgänger, für Benützer des öffentlichen Verkehrs, aber auch einen guten Zugang bietet für den Individualverkehr, für PW und Anlieferungen. Gefragt werden sein: Attraktionen, gute Angebote, attraktive Öffnungszeiten (auch für Werktätige), Flanier- und Begegnungszonen etc.

Ein wichtiger Bestandteil des Projektes ist, eine Tiefgarage zu erstellen, die vom Dorfplatz und von der Brunnhaldenstrasse her erschlossen würde und mit einer Liftanlage die Achse Bahnhof – Kirchplatz erschliesst. Dies für allem für behinderte oder ältere Menschen und auch für eine optimale Wintertauglichkeit. Die erste Etappe der Tiefgarage soll zwischen 80 – 110 grosse bequeme Parkplätze aufweisen (zweite Etappe ca. 120 PP). Er findet es wichtig, dass sich hier die Gemeinde beteiligt. Dies würde die Parkplatzsituation auch für Anwohner entschärfen, die meistens keinen eigenen Parkplatz zur Verfügung und somit auch das Problem der Langzeit-Parkierung lösen.
Die ganze Situation kann für die Aufwertung des Kirchplatzes und für eine Verbesserung des Gewerbes eine grosse Rolle spielen. Dieser äusserst attraktive Dorfplatz soll viel besser genutzt werden. Märkte, Feste und Feiern, Ausstellungen im Freien, Aufenthalts- und Sitzgelegenheiten mit Bewirtung etc. So sollen notwendige Flächen, geeignete Infrastrukturen und Möglichkeiten für einen Festbetrieb oder Unterhaltungen und Attraktionen mit wenigen Vorarbeiten vorhanden sein. Langfristig kann sich das Dorfzentrum nur mit optimalen Angeboten, einem attraktiven Einkaufserlebnis, optimaler Zugänglichkeit und interessanten Begegnungsräumen gegen die Grossverteiler behaupten.

11. September 2018

Gestern an der öffentlichen Orientierungsversammlung durften wir das Projekt Masterplan Zentrumsentwicklung-Heiden vorstellen. Ich hoffe wir konnten den Besucherinnen und Besuchern im gut gefüllten Kursaal näher bringen was der Masterplan bewirken soll.  Einen sicheren Weg zu einem erholsamen Ziel – einladende und gefahrlose Wege, ein attraktives Bus- und Bahnangebot, ein florierendes Gewerbe sowie zentrumsgerechte Verkehrsräume mit ausreichend Abstellflächen für Autos und Velos.

Auf Wunsch füge ich hier ein PDF der verschiedenen drehenden oder eben nicht drehenden Rädchen in den Interventionsräumen bei.

ze_interventionsraeume

Auch möchte ich hier die Mitglieder der Projektgruppe nochmals vorstellen
Projektleitung Präsident: Hans-Peter Häderli, Gemeinderat
Projektleitung Vize Präsident: Gallus Pfister, Gemeindepräsident
Ruedi Stauffer, Metron AG
Monika Steiner, Metron AG
Sibilla Sutter, Stellenleiterin Bau und Planung, Kommission PBK
Daniel Rohner, Bausekretär, Kommission PBK
Markus Schmid, Unternehmer, Kommissionsmitglied PBK
Stefan Züst, Architekt, Kommissionsmitglied KIS

30. August 2018

Medienmitteilung des Gemeinderates Heiden vom 28. August 2018
Masterplan Zentrumsentwicklung
Einladung zur öffentlichen Orientierungsversammlung

Reizvolle Strassenräume, belebte Plätze, ein attraktiver öffentlicher Verkehr – Heiden rückt seine Bewohner/innen und Gäste ins Zentrum. Ein Masterplan soll die diversen Projekte zusammenhalten. Die Gemeinde lädt alle Interessierten ein, sich am 10. September 2018 über die Planung zu informieren.
Der kantonale Richtplan, der auf Anfang 2019 in Kraft gesetzt werden soll, verpflichtet die Gemeinde Heiden, ihre Ortsplanung einer Gesamtrevision zu unterziehen und nach innen zu verdichten. Der Masterplan Zentrumsentwicklung soll eine in sich stimmige, langfristige Strategie dafür aufzeigen. Verschiedene Studien der letzten Jahre zeigen Bahnhof und Bahnhofstrasse, Kirchplatz und Kirche, Seeallee und Kurpark, Freihofstrasse und Poststrasse mit „Alter Migros“, Werdstrasse sowie den Lindenplatz als mögliche Interventionsräume für die Entwicklung des Dorfzentrums. Mit dem Masterplan erhält die Gemeinde ein strategisches Instrument, das heutige und künftige Teilprojekte inhaltlich, zeitlich, organisatorisch, technisch und finanziell aufeinander abstimmt. Der Gemeinderat hat dem Projektauftrag „Masterplan Zentrumsentwicklung Heiden“ und dem damit verbundenen Projektbudget zugestimmt; das fakultative Referendum wurde nicht ergriffen.

Ein Zentrum von allen für alle
Die Masterplanung Zentrumsentwicklung baut auf Bestehendem auf und bezieht Fachexperten ebenso ein wie die Bevölkerung und wichtige Akteure vor Ort (z. B. Gewerbetreibende, lokale Parteien und Vereine, Genossenschaften, Anwohner/innen, Interessensverbände, usw.). Diese erhalten im Laufe der Planung wiederholt die Gelegenheit, ihre Bedürfnisse einzubringen: Im Rahmen von „Echoräumen“ können sie auf wichtige Themen im Umfeld der Planung aufmerksam machen und die Strategie- und Massnahmenentwürfe kritisch diskutieren. Mit der Ausarbeitung des Masterplans wurde die Metron AG, Brugg beauftragt. Die Projektsteuerung liegt beim Gemeinderat.

Öffentlicher Start in das einjährige Verfahren
Die Masterplanung ist ein komplexes Verfahren – die Resultate betreffen die Bevölkerung jedoch sehr direkt. Der Gemeinderat lädt alle Interessierten herzlich ein, sich am 10. September im Rahmen einer öffentlichen Orientierungsveranstaltung detailliert über die Planung zu informieren. Im Anschluss wird die Akteurgruppe für die Echoräume gebildet. Im Frühjahr 2019 soll der Masterplan Zentrumsentwicklung im Entwurf vorliegen und in einem zweiten Echoraum den letzte Schliff erhalten. Voraussichtlich im Sommer 2019 wird der fertige Plan der breiten Öffentlichkeit vorgestellt und dem Gemeinderat zur Verabschiedung vorgelegt. Der Masterplan dient als Grundlage für die kommunale Richt- und Ortsplanung. Zudem könnte die Gemeinde noch einmal versuchen, sich für den Wakkerpreis zu qualifizieren. Beim letzten Mal fehlte die entscheidende Zentrumsentwicklung.

Öffentliche Orientierungsversammlung

Montag, 10. September 2018, 19.30 Uhr, Kursaal Heiden

Gemeinderat Heiden